Überarbeitete Psychotherapierichtlinien

Neuerungen ab 1.4.2017

 

Sie wissen es eventuell aus der Presse: Gesetzliche Vorgaben aus dem GKV-VSG (Versorgungsstärkungsgesetz der Gesetzlichen Krankenkassen)  haben eine Überarbeitung der Psychotherapierichtlinien nötig gemacht.

Diese Neuerungen sind zum 1.4.2017 in Kraft getreten.

Neu ist zum einen eine verbindliche telefonische Erreichbarkeit der psychotherapeutischen Praxen. Diese Erreichbarkeitszeiten werden durch die Kassenärztlichen Vereinigungen veröffentlicht. In meiner Praxis sind diese Zeiten: dienstags, mittwochs und donnerstags von 15.35 bis 16.00 Uhr und am Freitag von 14.05 bis 14.30 Uhr. In dieser Zeit können Sie mich sicher erreichen.

Neu ist ferner, dass für den Patienten der Zugang zur psychotherapeutischen Behandlung über die sogenannte Psychotherapeutische Sprechstunde führt. Ab dem 1.4.2018 sind mindestens zwei Sprechstunden für Patienten, die sich in psychotherapeutische Behandlung begeben wollen, verpflichtend. Seit dem 1.4.2017 bieten wir, die in der kassenärztlichen Versorgung tätigen Psychotherapeuten, solche Sprechstunden an. Am Ende der Sprechstunde bekommen Sie ein „Allgemeines Informationsblatt“ und eine „Individuelle Patienteninformation zur ambulanten Psychotherapeutischen Sprechstunde“ ausgehändigt. Diese enthält eine vorläufige Diagnose und eine Empfehlung zum weiteren Vorgehen.

Neu ist seit dem 1.4.2017 auch, dass die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen Termine für Sprechstunden und Akutbehandlung bei Psychotherapeuten vermitteln. Bei einer solchen Vermittlung hat der Patient keinen Anspruch auf einen Termin bei einem bestimmten Therapeuten. Eine Vermittlung zur Akutbehandlung über die Servicestelle ist nur dann möglich, wenn zuvor im Rahmen einer Sprechstunde eine Empfehlung zur Akuttherapie ausgesprochen worden ist.

All diese Neuerungen sollen den Zugang zur psychotherapeutischen Behandlung leichter und schneller machen. Es gibt auch einige Veränderungen in den Antragsverfahren für psychotherapeutische Behandlung. Diese alle hier zu erläutern, würde den Rahmen sprengen. Ich werde Ihnen gerne alles Nötige erklären, sobald es für Sie relevant ist.

Eines bleibt bei all diesen Neuerungen kritisch anzumerken:  Durch einen leichteren und schnelleren Zugang zu einem Erstkontakt allein ist die Problematik, dass es zu wenig Behandlungsplätze im Rahmen der Gesetzlichen Krankenversicherung gibt, nicht behoben. Insofern kann man sagen, dass diese gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen die Versorgung der Patienten mit Therapie nicht wirklich verbessert. Es kann lediglich etwas eher eine Weichenstellung erfolgen. Die politische Forderung nach Zulassung von mehr psychotherapeutischen Praxen im Bereich der Gesetzlichen Krankenversicherung bleibt bestehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.